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Low-Code-Developer: Karrierechancen und Perspektiven für Entwickler

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Eine Low Code Developer arbeitet an mehreren Monitoren mit komplexen Systemdaten und lächelt zufrieden in die Kamera. Die moderne Arbeitsumgebung unterstützt effiziente Entwicklung.

Low-Code-Entwicklung bietet spannende Karrieremöglichkeiten – nicht nur für erfahrene Entwickler, sondern auch für Quereinsteiger. Unternehmen setzen verstärkt auf Low-Code-Plattformen, um digitale Prozesse schneller und effizienter zu gestalten. Doch was genau macht ein Low-Code-Developer? Welche Fähigkeiten sind gefragt? Und wie gelingt der Einstieg in diesen zukunftsträchtigen Bereich?

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um die Karriere als Low-Code-Developer.

Was ist ein Citizen Developer?

Der Begriff "Citizen Developer" beschreibt technisch versierte Personen innerhalb eines Unternehmens, die keine ausgebildeten Softwareentwickler sind, aber mithilfe von Low-Code- und No-Code-Tools Anwendungen erstellen. Die IT-Revolution ermöglicht es, dass nicht nur klassische Entwickler, sondern auch Fachabteilungen digitale Lösungen selbst gestalten.

Das Handelsblatt schrieb 2021 provokativ: „Jetzt kommt das Programmieren für Dummies“. Doch diese Einschätzung greift zu kurz. Vielmehr geht es darum, Fachwissen und Technologie zu verbinden und so innovative Lösungen ohne tiefgehendes Programmierwissen zu entwickeln.

Was macht ein Low-Code-Developer?

Ein Low-Code-Entwickler nutzt visuelle Entwicklungsumgebungen mit Drag-and-Drop-Funktionen, vorgefertigten Modulen und Automatisierungstools, um Anwendungen zu erstellen. Dabei setzt er in bestimmten Fällen auch Code ein, um individuelle Funktionen zu ergänzen oder komplexe Geschäftsprozesse zu steuern. Low-Code wird sowohl in der allgemeinen Softwareentwicklung als auch für Prozessautomatisierung und Business-Intelligence-Anwendungen genutzt.

Welche Skills braucht ein Low-Code-Entwickler?

Beinahe 60 % der benutzerdefinierten Apps werden bereits außerhalb der IT-Abteilung erstellt, was angesichts der schnellen Entwicklungszeit nicht verwundert. Low-Code reduziert den Programmieraufwand, doch technisches Know-how bleibt bei Low-Code-Developern essenziell. Neben den richtigen Tools sind ein grundlegendes Verständnis für Softwareentwicklung und analytisches Denken gefragt. Unternehmen erwarten von Low-Code-Entwicklern sowohl technische Fähigkeiten als auch die Fähigkeit, sich in komplexe Geschäftsprozesse hineinzuversetzen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.

Ein Low Code Developer plant ein Projekt mithilfe eines Gantt-Diagramms auf dem Bildschirm. Die visuelle Darstellung unterstützt eine strukturierte Umsetzung der Aufgaben.
Als Low-Code-Developer entwickeln Sie nicht nur Low-Code-Lösungen, sondern planen auch digitale Prozesse.

Das Berufsbild setzt sich aus zweierlei Fähigkeiten zusammen: den Hard Skills, also den technischen Fähigkeiten, sowie den Soft Skills, die für den beruflichen Erfolg ebenso wichtig sind. 

Hard Skills, die Low-Code-Developer benötigen, sind:

  • Erfahrung mit Low-Code-Plattformen – Tools wie Ninox, Mendix, OutSystems oder Microsoft Power Apps sind besonders gefragt.
  • Grundlagen der Softwareentwicklung – JavaScript, SQL oder Python sind hilfreiche Ergänzungen für individuelle Anpassungen.
  • UI-/UX-Design – Nutzerfreundliche Interfaces und optimierte User Journeys sind für den Erfolg von Anwendungen entscheidend.
  • Datenbank- und Cloud-Technologien – Viele Unternehmen setzen auf cloudbasierte Lösungen, daher sind Kenntnisse in diesen Bereichen von Vorteil.
  • Agiles Arbeiten und API-Integration – Schnittstellen zu bestehenden Systemen und agile Methoden wie Scrum sind oft Teil des Workflows.

Soft Skills, die Low-Code-Developer benötigen, sind:

  • Analytisches Denken und Problemlösungsfähigkeit – Low-Code-Entwickler müssen Prozesse verstehen und gezielt optimieren.
  • Teamfähigkeit und Kommunikation – Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen ist entscheidend, um Anforderungen bestmöglich und transparent umzusetzen.
  • Kreativität und Anpassungsfähigkeit – Neue Tools und Anforderungen erfordern eine flexible Denkweise und Innovationsfreude.

Da sich Low-Code ständig weiterentwickelt, sind kontinuierliche Weiterbildung und Anpassungsfähigkeit essenziell. Entwickler, die sich früh mit Low-Code vertraut machen und ihre Fähigkeiten gezielt ausbauen, können langfristig von diesem wachsenden Markt profitieren.

Wie viel verdient ein Low-Code-Entwickler?

Das Gehalt eines Low-Code-Entwicklers variiert je nach Erfahrung, Branche und Standort. In Deutschland liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei etwas über 60.000 Euro. Erfahrene Entwickler oder spezialisierte Experten können deutlich höhere Gehälter erzielen, insbesondere wenn sie in Unternehmen arbeiten, die stark auf Digitalisierung setzen.

Karrierechancen und Zukunftsperspektiven: Darauf sollten sich Low-Code-Developer einstellen

Low-Code boomt. Laut McKinsey fehlen IT-Fachkräfte, insbesondere in den Bereichen Datenwissenschaft und IT, und Low-Code kann diese Lücke schließen. Auf Jobportalen wie StepStone gibt es über 8000 offene Stellen für Low-Code-Entwickler – unter anderem bei namenhaften Firmen wie Lufthansa, Württembergische Versicherung und Shopify. Diese hohe Nachfrage zeigt: Unternehmen suchen dringend nach Low-Code-Entwicklern.

Eine Studie von 451 Research zeigt, dass 80 % der Unternehmen Citizen Developer als wichtige Akteure sehen. Gartner prognostiziert, dass bis 2025 rund 70 % aller Unternehmen Low-Code- oder No-Code-Plattformen nutzen werden – ein enormer Sprung im Vergleich zu 25 % im Jahr 2020. Diese Zahlen verdeutlichen das starke Wachstumspotenzial und die hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich.

Ein Team aus Low Code Developern arbeitet gemeinsam an einem Laptop und bespricht ein digitales Projekt. Die entspannte Atmosphäre fördert kreatives und kollaboratives Arbeiten.
Als Low-Code-Developer haben Sie auch viel mit anderen Menschen zu tun und arbeiten im Team.

Low-Code-Entwickler spielen nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische Rolle in Unternehmen. Ohne eine durchdachte Implementierung sind 94 % der Unternehmen mit der Integration von Low-Code-Projekten unzufrieden. Low-Code-Entwickler helfen dabei, diese Prozesse gezielt zu steuern und fungieren als Vermittler zwischen IT und Fachabteilungen. Wenn sich das Betriebsmodell eines Unternehmens ändert, müssen Wertströme und IT an neue Produkte angepasst werden – hier sind Low-Code-Experten gefragt.

Auch wirtschaftlich lohnt sich der Einsatz: Unternehmen sparen Kosten und entlasten Entwickler-Teams. Ein Praxisbeispiel ist die Günther Stahl GmbH: Das Unternehmen ersetzte Altsysteme durch eine Low-Code-Plattform und erzielte Ersparnisse durch die Automatisierung in Höhe von 25.000 Euro pro Jahr.  

Lohnt sich die Investition ins Cloud-Low-Code-Development?

Gartner prognostiziert, dass bis 2025 über 85 % der Unternehmen eine Cloud-First-Strategie verfolgen. Low-Code-Plattformen unterstützen diese Transformation, indem sie cloudbasierte Anwendungen schnell bereitstellen. Sie ermöglichen Unternehmen eine agile Anpassung an Marktveränderungen und erhöhen die Skalierbarkeit von IT-Lösungen. Wer sich in diesem Bereich spezialisiert, investiert in eine gefragte Zukunftstechnologie.

Fazit: Low-Code als Karrierechance nutzen

Low-Code bietet Ihnen die Möglichkeit, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse in die Welt der Softwareentwicklung einzusteigen. Die Nachfrage nach Low-Code-Entwicklern wächst stetig, da Unternehmen ihre digitalen Prozesse schneller und effizienter gestalten wollen. Wer sich heute mit den richtigen Plattformen und Tools vertraut macht, kann langfristig von einer sicheren und gut bezahlten Karriere profitieren.

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